Dr. Heiner Garg, Landesminister für Soziales und Gesundheit, informiert sich über Projekte der SeniortrainerInnen im Diakonischen Werk Husum

170120_Empfang Bild2 IMG_0012 (1024x683)

Sonja Wenzel

„Ich wünsche den Seniortrainern und -trainerinnen jetzt und in der Zukunft viel Freude an ihrer ehrenamtlichen Arbeit in ihrer Mannigfaltigkeit, am Geben und Nehmen, aber auch, dass die Politik in dieser Legislaturperiode die Rahmenbedingungen für Ihre Aktivitäten verbessern kann. Ohne Menschen wie Sie wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer“, sagte Sozialminister Dr. Heiner Garg anlässlich seines Besuchs im Mehrgenerationenhaus (MGH) im Diakonischen Werk Husum: Dort sind unter anderem zwei wichtige Projekte der Seniortrainer*) angesiedelt: „Alltagshilfen Husum – besuchen, begegnen, begleiten“ und „Die helfende Hand“, über die sich Garg im Rahmen seiner Sommertour eingehend informierte: „Gute Eindrücke sammeln und ins Ministerium mitnehmen – jenseits der elektronischen Aktendeckel“, nannte es Dr. Garg.

Johannes Schaer, Sprecher der Seniortrainer beim DW Husum, dankte dem Minister für sein Kommen und das Interesse an den Projekten. Er betonte, dass das Kompetenz-Team der Seniortrainer in Nordfriesland eines der größtem im Lande sei und dass glücklicherweise keine Nachwuchssorgen bestehen. Bereits jetzt befinden sich wieder einige neue Seniortrainer in der Ausbildung. Darüber hinaus sei seit einiger Zeit eine „Zweigstelle“ in Niebüll installiert worden, die von öffentlichen Einrichtungen, wie unter anderem der VHS oder der evangelischen Familienbildungsstätte in Niebüll unterstützt wird. „Wir klopfen nicht erst alles ab, ob dieses oder jenes machbar ist und wollen keine Bedenkenträger sein – wir werden einfach aktiv“, so Schaer griffig und bündig. „Unsere ehrenamtliche Arbeit ist generationenübergreifend“, fuhr er fort. „Häufig werden wir um Unterstützung nachgefragt, insbesondere bei Themenbereichen, die ganz allgemein mit dem großen Problem der Vereinsamung zusammenhängen.“ Die Seniortrainer seien gut bekannt in den Kommunen. Deren Arbeit sei hoch wertgeschätzt und erfahre große Akzeptanz: „Unser Rat ist gefragt und wir übernehmen unsere Aufgaben mit Freude und guter Stimmung, mit Begeisterung und Frohsinn.“ Schaer dankte für die Anbindung an das MGH, von wo aus es möglich sei, sich in verschiedene Projekte einzuklinken, oder wo das MGH selbst beim Voranbringen bestimmter Vorhaben behilflich sei.

Gudrun Andresen, die das Projekt „Alltagshilfen Husum – besuchen, begegnen, begleiten“ koordiniert, umriss die Aufgaben der Seniortrainer in diesem Projekt, bei dem beispielsweise Ältere regelmäßig Besuch von Ehrenamtlichen erhalten, die unter anderem vorlesen oder mit den Besuchten ein wenig spazieren gehen. So werde der Vereinsamung effektiv entgegengewirkt. „Diese Aufgabe bringt uns Erfüllung und Spaß, und die Besuchten freuen sich sehr über die Abwechslung“, sagte sie. Winfried Schutz, ein „Urgestein“ der Seniortrainer, erklärte kurz die Inhalte des Projekts „Die helfende Hand“, bei dem es um kleine Hilfen für Ältere und Alleinstehende gehe, wie beispielsweise den abgebrochenen Schlüssel aus dem Schloss des Kleiderschranks herauszumontieren: alles in stark begrenzter Zeit und abgesprochen mit Gremien wie Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer. „Doch wenn ein Lächeln über das Gesicht geht – das ist der Schmierstoff, den wir Seniortrainer brauchen“, schloss Schutz.

„Die zentrale Frage ist, wie sich die Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln wird, wie menschlich sie bleibt oder wieder werden kann, aber auch, was wir als Politiker und Teil der Gesellschaft dafür leisten können“, so Dr. Garg, dem ein Eindämmen der Vereinsamung besonders am Herzen liegt. Er lobte ehrenamtliche Arbeit allgemein und stellte klar, dass es in Schleswig-Holstein die größte Quote an ehrenamtlich tätigen Bürgern gebe. Dr. Garg, dessen Mutter übrigens in der Pflege tätig ist, wünschte sich einen Weg, um einen probaten Mix aus ehrenamtlicher Arbeit und professioneller Unterstützung gestalten zu können – namens einer humanen Gesellschaft. „Wir müssen es schaffen, dass Generationen Gelegenheit haben sich zu begegnen und voneinander zu lernen und jenseits finanzpolitischer Diskussionen Menschen verschiedener Altersgruppen zusammenzubringen und zu -halten.“ Das werde im MGH gelebt: „Mir gefällt das generationsübergreifende Miteinander, hier ist wirklich alles unter einem Dach“, lobte der Minister.

„Gut, dass es die Seniortrainer gibt. Es liegt ein großer Segen auf der Arbeit“, so DW-Geschäftsführer Volker Schümann. Er dankte nicht nur Johannes Schaer und seinem Team aus engagierten Männern und Frauen, sondern auch dem Minister für das Interesse an der Einrichtung und sein Kommen.

 

*) aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text auf die ständige Nennung der weiblichen Form verzichtet. (Anm. d. Aut.)